Neles Tagebuch (als Einzelband vergriffen, ggf. antiquarisch erhältlich)

Neles Tagebuch (als Einzelband vergriffen, ggf. antiquarisch erhältlich)

Nele, vielen bekannt aus Rainer Oberthürs erfolgreichem Buch »Neles Buch der großen Fragen«, hat jetzt ein Tagebuch geschrieben. Darin hat sie Geschichten, Gedichte und Bilder gesammelt, Erlebtes und Erfundenes, Witziges und Nachdenkliches zum Lesen und Schauen, zum Staunen und Weiterdenken – über das Leben, über die Welt, über sich selbst und die anderen und auch über Gott.

Das Besondere: Dieses Buch ist noch nicht ganz »fertig«. Denn »Neles Tagebuch« ist auch ein Buch zum Mitmachen. An vielen Stellen ist Platz für eigene Fragen und Gedanken, Platz zum Schreiben und Malen. Außerdem gehören zum Buch bunte Nele-Sticker, mit denen Kinder kreativ ihr eigenes Tagebuch gestalten können.

Dieses ist Neles zweites Buch zum Mitmachen, Mitdenken, Schreiben und Malen: Neue Texte und Bilder, Gedankenexperimente, Schreibanregungen zu den großen Fragen der Menschheit, aufgeschrieben und zusammengefasst in fünf Heften, die Nele nach und nach füllt. Die Auswahl der Texte anderer AutorInnen ist oft nachdenklich, noch öfter lustig und überraschend. Sehr viele Anregungen zum Schreiben und Malen machen das Buch auf für den Religionsunterricht sehr unmittelbar praxisanregend. Neles Tagebuch hat schon viele Kinder angeregt, ihr eigenes Tagebuch zu schreiben. Die beigelegten Sticker helfen bei der Gestaltung.Rainer Oberthür

Gebundenes Buch, Pappband, 176 Seiten, 17,0 x 24,5 cm Durchgeh. zweifarb. Illustr. v. Mascha Greune. Mit Nele-Stickern ISBN: 978-3-466-36732-0 € 15,95 [D] | € 16,40 [A] | CHF 21,50 * (* empf. VK-Preis), Kösel-Verlag

Rezensionen

Nüchtern ließe sich über „Neles Tagebuch“ sagen: Es führt auf gut verständliche Weise an die großen Fragen der Welt heran. Die zwölfjährige Nele übernimmt die Regie und erkundet, was sich etwa über die Entstehung der Schule, die Zeit, die Seele und Gott erfahren lässt. Geschichten gibt es, Experimente zum Staunen, Kinderfragen. Solche Dinge sachlich aufzulisten, ist bestimmt nicht falsch – zugleich aber bliebe das Gefühl, an dieser Publikation vorbei zu rezensieren.

Von diesem Buch muss man schwärmen: Rainer Oberthür ist Einmaliges gelungen, weil er mit keiner geringeren Behauptung antritt als dass jeder Mensch einmalig ist. Der Autor ist Lehrer – aber was für einer! Er scheint von der Sehnsucht getrieben, dass das kindliche Staunen nie in vorgestanzten Bahnen enden soll. Er hofft „den Kindern zu helfen, ihre eigene Sprache zu finden und ihre Fragen und Gedanken ausdrücken zu können.“ Bemerkenswert ist insbesondere der nicht endende Witz des Buchs. Alles Wissen, Experimentieren und Erzählen mündet stets in einer der nicht wenigen leeren Seiten. Keine einzige von ihnen ist verschenkt. Der Leser kann dort zum Maler, Traumerfinder, Weltenbauer werden – was dank Neles Hilfe spielend gelingt. Überhaupt scheint das Lückenhafte die fast heilig anmutende Pointe des Buchs zu sein. Zurückhaltend, unaufdringlich wirkt der Stil des Autors, gerade dadurch eigenartig kraftvoll.

Mascha Greune führt die philosophischen Gedanken Neles in ihren Illustrationen fort. Sie verwendet allein zwei Farben, Grün und Blau, die dem Betrachter auf wohltuende Weise nicht entgegen knallen. Verträumt, zurückgenommen wirken ihre Bilder, von einer künstlerischen Besonnenheit, die mit dem Stil des Autors in ein anregend-schwebendes Wechselspiel tritt. Wohlgesetzt und weich sind dessen Worte, nicht lieblich. Mehr als einmal sagt er, dass man beim Denken und Staunen auch erschrecken kann. Das facht indes nur jenes Feuer weiter an, das die Wangen glühen und die Ohren röten lässt. Warum aber gelingt es dem Autor nur, den Zauberstab so fein und machtvoll zu schwingen? Es muss daran liegen, dass für ihn ein Mensch nicht mit Wissen zugestopft werden muss, bevor er mit dem Leben, Denken, Dichten beginnen darf. Im Gegenteil. Bei Rainer Oberthür stellt sich die Hauptperson mit den Worten vor: „Mein Name ist Nele, ein Kind in den besten Jahren wie Papa immer sagt.“ Wer das Buch liest, egal wie alt, kann ahnen, dass auch er selbst sich in den besten Jahren befindet – noch immer, endlich wieder, auf alle Fälle beim Lesen von „Neles Tagebuch“.

Georg Margirius bei Amazon


Ich habe „Neles Tagebuch“ auf einer langen Bahnreise gelesen. Nach der Lektüre ging es mir auffallend gut. Alle paar Seiten fand ich einen Satz, eine Geschichte oder ein Experiment, die mich in meiner Mitte traf, direkt hinter dem Brustbein. Wenn das geschah, schaute ich durchs Fenster und verweilte, ohne Gedanken, träumend vielleicht. Ich las weiter, oft anscheinend zu schnell. Jedenfalls entzog ich mich immer wieder mal den ergänzenden Hinweisen, die Nele mir anbot. Ich folgte unwillkürlich der Mahnung: „Versteht es nicht zu rasch.“

Jürg Schubiger, Kinderbuchautor und Schriftsteller aus Zürich