Kinder und die großen Fragen

Kinder und die großen Fragen

Konkrete, praxisnahe und vielfach erprobte Materialien für einen Religionsunterricht, der die Kinder von heute mit ihren Fragen und die großen Themen der Religion gleichermaßen ernst nimmt.

Mit diesem Buch fing vieles an, was ich nicht ahnte. Zwar hatte ich bereits meine Examensarbeiten in kleiner Auflage veröffentlicht (Angst vor Gott? und Sehen lernen, s. Gesamtliste), doch dieses ist mein erstes „richtiges“ Buch. Die Geschichte dahinter: Winfried Nonhoff, damals Lektor im Verlag, lud 1994 die KI-Autoren des Sammelbandes „RU im Abseits“ (hg. von G. Hilger und G. Reilly) als Dank zum Italiener ein. Seiner Frage, wie ReligionslehrerInnen stärker zum Lesen (und Kaufen) von Fachbüchern motiviert werden könnten, begegnete ich offensiv: Das sei schon möglich, wenn die Bücher nicht nur theoretisch seien, aber auch nicht nur als Materialsammlung konzipiert seien. Erprobte und bewährte Praxis mit einem Konzept im „Hintergrund“ gäbe es zu selten. Das war die Idee, im Folgejahr erschien das Buch…

22 Jahre nach dem Erscheinen hat meine praxisorientierte Didaktik eines fragenorientierten Religionsunterricht 10 Auflagen erlebt. Noch immer stehe ich hinter allem, was dort zu lesen ist. Welches Fachbuch darf heute schon so alt werden? Dank dem Kösel-Verlag!Rainer Oberthür

Paperback, Broschur, 176 Seiten, 16,5 x 24,0 cm Mit zahlr. Abb. 11. Aufl 2015 ISBN: 978-3-466-36439-8 € 17,95 [D] | € 18,50 [A] | CHF 24,50 * (* empf. VK-Preis), Kösel-Verlag

Rezension

Rainer Oberthür, Dozent für Religionspädagogik mit Schwerpunkt Grundschule am Katechetischen Institut des Bistums Aachen und zugleich Religionslehrer, hat mit diesem Praxisbuch einen großen Wurf gelandet.

Der Ausgangspunkt seines Buches sind Kinderfragen. Das sind unter anderem Fragen nach der Identität der Kinder (Wenn es mich nicht gäbe, würde es keiner merken?), nach Geheimnissen des Unendlichen und Unvorstellbaren (Wer hat Gott erschaffen?), nach dem Zusammenleben (Warum bestimmen immer die Erwachsenen?, nach Kriegen und Katastrophen (Wie sieht meine Zukunft aus?), nach Leiden, Sterben und Tod (Wird Gott nie sterben?), nach der Entstehung von Sprache (Warum gibt es eigentlich Wörter?) sowie nach der Existenz Gottes (Wie groß ist Gott?). Diese Kinderfragen werden nun ernst genommen, es beginnt ein Prozess des gemeinsamen Staunens, Nachdenkens, Sprechens, des gemeinsamen Lebens und Weiterfragens. Die Kontinuität offenen religiösen Lernens in einem kreativen Religionsunterricht werden sichtbar, wobei theologische Kerninhalte (Gott und Identität, Symbole, Zeit und Stille, Schöpfung, Tod und Auferstehung, Bildsprache der Bibel, Jesus Christus) mit den Fragen der Kinder in Beziehung gesetzt werden. Musik, Bilder und Meditation spielen dabei eine wichtige Rolle.

Material für die freie Arbeit wird vorgestellt und selbst entwickelt. Die stringente Praxisorientierung wird konsequent durchgehalten. Religionslehrerinnen und -lehrer, auch in Ostdeutschland, sollten die Einladung Rainer Oberthürs annehmen und sich mit ihren Schülerinnen und Schülern auf den Weg gemeinsamen religiösen Fragens und Suchens machen. Die großen Fragen stellen, dies können Erwachsene von Kindern lernen.

Matthias Hahn in: Praxis Religionsunterricht 4/96

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