Gewitternacht­-Kartei (vergriffen, ggf. antiquarisch erhältlich)

Gewitternacht­-Kartei (vergriffen, ggf. antiquarisch erhältlich)

„Gewitternacht“ ist ein faszinierendes Gedanken-Bilder-Buch der kanadischen Künstlerin Michèle Lemieux. in Mädchen geht zu Bett, kann aber angesichts von „tausend Fragen im Kopf“ nicht einschlafen und denkt nach über Gott und die Welt, über Angst und Tod. Auf den Rückseiten der Bildkarten steht eine kurze Frage oder ein Gedanke zu den Zeichnungen. Das Material ist sowohl für den Deutsch-, Kunst- und Sachunterricht als auch für den Religionsunterricht von Bedeutung.

Immer sei vor der Gewitternacht-Kartei das wunderbare Buch „Gewitternacht“ von Michèle Lemieux genannt und empfohlen. Eine Auswahl von Fragen und Gedanken des Mädchens und die herrlichen Zeichnungen von Michèle Lemieux sind auf den Gewitternacht-Karten vorn und hinten gedruckt. Dadurch ergeben sich viele Möglichkeiten der assoziativen Impulsarbeit mit dem Material, die im Begleitheft von Alois Mayer und mir entfaltet werden. Die zusätzlichen elementaren Bibelworte eröffnen sowohl eine neue Sicht auf die Themen der Karten als auch auf die biblischen Themen. So hoffen wir auf Wind in den Segeln kindlicher Selbst-, Welt- und Gotteserfahrung.Rainer Oberthür

72 Karten 9,5 x 7 cm mit Bibeltexten, Kopiervorlagen für 11 Arbeitsblätter DIN A4 sowie eine wesentlich erweiterte Fassung des Lehrerheftes mit 42 S. DIN A5, Dieck-Verlag

Rezension

Mit Kindern philosophieren, Kinder als TheologInnen ernst nehmen, das sind wichtige Anliegen des gegenwärtigen Religionsunterrichts. Wer sich auf diesen Weg mit den Kindern begeben möchte, braucht geeignete Unterrichtshilfen. Mit der Gewitternacht-Kartei von Rainer Oberthür und Alois Mayer ist nun ein Material auf den Markt gekommen, das flächenverbindend einzusetzen und für verschiedene Altersstufen geeignet ist. …

Die Grundlage dieser Kartei ist das faszinierende Gedanken-Bilderbuch „Gewitternacht“ der kanadischen Künstlerin Michèle Lemieux (erschienen bei BELTZ&Gelberg: Ein Mädchen geht in einer stürmischen und gewittrigen Nacht zu Bett, kann aber nicht einschlafen, weil ihr unendlich viele Fragen durch den Kopf gehen. Die Gedanken des Mädchens können in ”Gewitternacht” in kurzen Texten und phantasievollen Bildern über ”Gott und die Welt” nachempfunden werden.

Diese Gestaltungsgrundlage greifen die Autoren der Gewitternacht-Kartei auf. Wer die Kartei das erste Mal in der Hand hält, fühlt sich sogleich angesprochen und wird in das Fragen und Suchen in einer Weise hineingenommen, die der Phantasie Raum lässt.

Sorgfältig und in logischen Schritten wird im Begleitheft der religionspädagogische Hintergrund entfaltet und ein persönlicher Zugang zu den Karten vorgeschlagen. Besonders ansprechend und praxisrelevant ist die Ideensammlung zum Umgang mit dem Material. Die eigene Erfahrung zeigt, dass schon die Vorbereitung des Unterrichts Spannung und Neugier weckt: Welche Bilder und Texte sprechen meine Schülerinnen und Schülerwohl am meisten an? Welche Gedanken entwickeln sie? Wollen sie ihre MitschülerInnen und mich an ihren eigenen Gedanken teilhaben lassen?

Wer die Gewitternacht-Kartei im eigenen Unterricht einsetzt, kann erfahren, dass sie ein geeignetes Material zum Philosophieren mit Kindern ist und hilft, die Kinder als kompetente GesprächspartnerInnen neu wahrzunehmen.

Petra Freudenberger-Lötz in: Entwurf Heft 11/99, Religionspädagogische Mitteilungen