Die Pfingsterzählung – als Bilderbuch, Erzähltheater und im Doppelband mit Ostern

Die Pfingsterzählung – als Bilderbuch, Erzähltheater und im Doppelband mit Ostern

Warum feiern wir eigentlich Jahr für Jahr Pfingsten? Der Grund dafür findet sich in der Bibel, in der Geschichte von den Jüngern, die auf einmal in fremden Sprachen reden konnten und damit alle Menschen um sich herum verblüfften. Diese und andere Geschichten, in denen Gottes Geist Erstaunliches bewirkt, erzählt Rainer Oberthür sehr anschaulich. Schließlich erfahren wir, wie das Zusammenleben der ersten Christen die Menschen beeindruckte und anzog und wie wichtig deshalb das Pfingstfest als Geburtstag unserer Kirche ist.

Seit Januar 2019 ist „Die Pfingsterzählung“  auch als Erzähltheater mit vollständigem Text und allen Bildern auf insgesamt 14 Bildkarten bei DonBosco-Medien erhältlich: weitere Infos HIER . Zudem gibt es seit Januar 2019 Oster- und Pfingsterzählung im Doppelband, Infos HIER 

Pfingsten – das fremde Fest der Christen! Während die meisten Menschen heute mit Weihnachten und Ostern nicht nur tiefe Kindheitserfahrungen, sondern auch inhaltliche Bezüge verbinden – zu Weihnachten feiern wir Jesu Geburt, zu Ostern seine Auferstehung vom Tod –, ist das Pfingstfest selbst für Christen oft ein fremdes, nachgeordnetes, seltsam blasses Fest. Allein der zweite Feiertag am Montag zeigt noch die Bedeutung als drittes großes Fest im Kirchenjahr.

Gleich zu Beginn des Bilderbuches habe ich versucht, den inneren Zusammenhang der drei Feste zu umschreiben: „Weihnachten feiern wir die Geburt Jesu. Gott macht sich ganz klein, wird Mensch und kommt zu uns auf die Welt. Ostern feiern wir den Tod und die Auferstehung Jesu. Weil er die Menschen, das Leben und den Frieden liebt, wird Jesus getötet. Doch er lebt weiter bei Gott und schenkt uns Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod. Pfingsten feiern wir die Geburt der Kirche, also der Gemeinschaft der Christen. Der Heilige Geist kommt zu allen Menschen, die zu Gott und Jesus gehören, und erfüllt sie mit Mut und Freude.“ Man kann es bildhaft vertiefen: Das Licht der Weihnachtskerzen kommt von der Osterkerze – am Pfingstfest wird dieses Licht am Leben gehalten und immer neu entflammt.

Mit dem Pfingstereignis denken wir an die frühe Zeit der Christenheit, in der es nach der Krise des Todes Jesu auf unerklärliche Weise weiterging, in der die Nachfolgerinnen und Nachfolger Jesu voller Be-geist-erung waren, sich über alle Sprachgrenzen hinweg verstanden, Gedanken, Hab und Gut miteinander teilten und voll Hoffnung in die Zukunft blickten. So ist diese Erinnerung immer eine „gefährliche Erinnerung“ (J.B. Metz), die die Gegenwart des Lebens und speziell auch der Kirche auf den Prüfstand stellt, mit Blick auf Eigennutz und Machtstreben kritisch hinterfragt. Die Erinnerung an die wirkliche Gemeinschaft der Christen im Anfang ist wie jede Religion eine „Unterbrechung“ im Gewohnten des Alltags. Sie ist Aufforderung wie Ermutigung, sich auf solche Erfahrungen rückzubesinnnen.

Während zu Ostern und Weihnacht theologisch Jesus als Sohn Gottes im Mittelpunkt steht, ist Pfingsten das Fest des Heiligen Geistes. Christen glauben an einen Gott, der auf drei Weisen da ist: als Vater und Schöpfer, als Sohn und Erlöser, als Geist und Lebensatem. Christen glauben an Gott, der in sich selbst verschieden ist, der in sich selbst ein Beziehungsgeschehen ist und so Beziehung zu uns Menschen will: eine „gesellige Gottheit“ (K. Marti), die selber Liebe ist und Liebe möglich macht. So ist der eine Gott als Vater, Sohn und Heiliger Geist hoch über uns, mitten unter uns und tief in uns.

Ich bin sehr froh, nach der Ostererzählung und der Weihnachtserzählung nun auch die Pfingsterzählung im Gabriel-Verlag bibelnah und in ihrer tiefen Bedeutung zusammen mit den beeindruckenden Bildern von Renate Seelig jungen sowie älteren Menschen erzählen zu dürfen.Rainer Oberthür

Blick ins Buch

Die Pfingsterzählung, Text: Rainer Oberthür - Illustrationen: Renate Seelig, Gabriel Verlag, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-522-30297-5, € 12,99

Rezensionen

Katholischer Kinder- und Jugendbuchpreis – Empfehlungsliste 2015

Begründung der Jury: Dass Pfingsten das dritte kirchliche Hochfest nach Weihnachten und Ostern ist, ist vielen Christen nicht mehr bekannt. Auch einen Zugang zum Heiligen Geist als dritte göttliche Person neben Vater und Sohn zu finden, fällt den meisten Menschen schwer.

Der Aachener Religionspädagoge Rainer Oberthür nähert sich von Pfingsten aus dem Heiligen Geist und dem Anfang der Kirche an. In einem Dialog zwischen Vater und Kind werden all die Fragen benannt, die sich Kinder in diesem Zusammenhang stellen. Die Antworten erschließen in leicht verständlicher Sprache die christlichen Vorstellungen von Pfingsten und dem Heiligen Geist.

Dabei wird deutlich, dass sich die Pfingsterzählung ohne einen Blick auf die Rede vom Heiligen Geist in der gesamten Bibel – etwa im Zusammenhang mit der Schöpfung oder der Taufe Jesu durch Johannes – nicht verstehen lässt. Und Pfingsten wirkt weiter. Am Ende wird dem Kind zugesagt: Der Geist ist die „Kraft Gottes, die dich leben und groß werden, staunen und fragen lässt“.

Illustriert durch eingängige Bilder und begleitet von beeindruckenden Texten greift das Buch nur selten beachtete Fragen auf. Für Familien, Kindergärten und Grundschulen lässt sich hier ein komplexes christliches Themenfeld schlüssig und kreativ erschließen.


Nach ihren beiden in ähnlicher Aufmachung und in gleichem Stil verfassten Büchern über die Weihnachtserzählung und die Ostererzählung legen der Aachener Religionspädagoge Rainer Oberthür und die Kinderbuchillustratorin Renate Seelig mit dem vorliegenden Buch ihr drittes gemeinsames religiöses Bilderbuch für Kinder ab etwa 5-6 Jahren vor. Es handelt von dem vielleicht schwierigsten und am meisten unverstandenen fest, das die Christen feiern und von seinem Ursprung und seiner Bedeutung: Pfingsten.

Wieder aufgebaut als ein Dialog eines Kindes mit seinem Vater in fettgedruckten Absätzen, wechselt der Text mit ansprechend nacherzählten biblischen Texten über die Wirkung des Geistes Gottes aus dem Alten und dem Neuen Testament. Mit einer wunderbaren Sprache und mit Formulierungen, die man sich öfter in verständlicheren Predigten wünschte, erklärt Oberthürs Vater Pfingsten so:

„Die Menschen sprechen verschiedene Sprachen und doch erleben sie die Gemeinschaft untereinander und mit Gott. Gott will uns einmalig und verschieden, und doch sind wir vor Gott alle gleich. In Gott sind wir Menschen eins, denn jeder Mensch hat Gott in sich. Und Gott in uns: Das ist der Heilige Geist.“

So kann und muss man Kindern christliche Traditionen und Glaubensinhalte nahebringen.

Winfried Stanzick am 17. März 2014 bei amazon