Das Buch vom Anfang von allem

Das Buch vom Anfang von allem

„Das Buch vom Anfang von allem“ stellt die Frage nach dem Anfang von Universum und Schöpfung, nach dem Leben bis hin zum Menschen. Es erzählt die naturwissenschaftliche und die biblische Geschichte getrennt voneinander oben und unten im Buch, doch so, dass beim parallelen Lesen Bezüge zwischen den Erzählungen deutlich werden. Mit beiden zusammen können wir die Welt besser verstehen, doch niemals ganz. Wir können tiefer fragen nach dem Grund, warum es die Welt gibt, tiefer das Wunder zu erleben, warum es uns gibt, tiefer ergriffen zu sein von dem Unbegreiflichen.

Das Buch ist mein Beitrag gegen einen religiösen Fundamentalismus auf der einen Seite und gegen den sog. neuen, aggressiven Atheismus auf der anderen Seite – gegen das wörtliche Missverstehen der Schöpfungstexte der Bibel und gegen einen einseitigen Materialismus, der das Geheimnis der Welt auch nicht erklären kann. Die Geschichte vom Urknall bis heute habe ich naturwissenschaftlich auf einfache Weise erklärt, das biblische Schöpfungsgedicht und weitere Bibeltexte als Bekenntnisse des Glaubens erzählt. Indem ich beides trenne, aber Bezüge zwischen den beiden „Erzählungen“ über Text, Bilder und Layout vor Augen führe, versuche ich dem Geheimnis unserer Existenz auf die Spur zu kommen und es zugleich zu bewahren!Rainer Oberthür

Blick ins Buch

Rainer Oberthür, Das Buch vom Anfang von allem. Bibel, Naturwissenschaft und das Geheimnis unseres Universums, geb., Halbleinen, 112 Seiten, 16,5 x 24,0 cm, durchgehend vierfarbig, ca. 50 Bilder, ISBN: 978-3-466-37127-3, € 17,99 [D] | € 18,50 [A] | CHF 24,50 (empf. VK-Preis), Kösel-Verlag

Rezensionen

Katholischer Kinder- und Jugendbuchpreis – Empfehlungsliste 2016

Wie ist unsere Welt entstanden? Dieses Buch erzählt vom Anfang der Welt auf zweierlei Weise: Die naturwissenschaftliche Entstehungsgeschichte berichtet vom Urknall und der Bildung von Sternen und Galaxien, von der Entwicklung des Lebens auf der Erde, von der Vielfalt der Pflanzen und Tiere und von der Entstehung des vernunftbegabten Menschen, der über sich selbst nachdenken und sein Dasein hinterfragen kann. Der biblische Schöpfungsbericht erzählt dagegen von Gott und seinem Wirken in der Welt. Die parallele Erzählweise von wissenschaftlicher Erkenntnis und Glaubenszeugnis ist durch die farblich unterschiedliche Darstellungsweise überzeugend gelungen. In einer Hybridform von naturwissenschaftlichem und religiösem Sachbuch wird ein spannender Dialog zwischen Gegensätzen und Gemeinsamkeiten beider Perspektiven gezeigt. Auf anschauliche Weise wird damit das „Was“ der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse mit der Neugier auf Fragen nach dem „Warum“ – nach dem Sinn des Lebens – verbunden. Die am Ende des Buches kommentierte Auswahl von Illustrationen aus den unterschiedlichen Kontexten und die grafische Gestaltung der durch farbige Linien verbundenen zwei Weltsichten begleiten den poetischen Text und ermöglichen ein Leseerlebnis mit allen Sinnen.

Begründung der Jury


Religiöses Kinderbuch des Monats Juli 2015 – Borromäusverein

Rainer Oberthür, Grundschullehrer, Dozent für Religionspädagogik und Autor zahlreicher Bücher, hat sich hier auf ein Wagnis eingelassen. Parallel erzählt er die Geschichte vom Anfang der Welt auf zweierlei Weise: Die obere Hälfte der Seiten ist der naturwissenschaftlichen Entstehungsgeschichte gewidmet, vom Urknall über die Bildung der Sterne, der Galaxien, der Entstehung von Leben auf der Erde, die Vielfalt der Pflanzen und Tiere bis hin zum Menschen als dem höchst entwickelten Geschöpf, das als einziges über sich selbst nachdenken und Fragen stellen kann. Die untere Hälfte der Seite ist der biblischen Schöpfungsgeschichte gewidmet, wie sie in der Genesis zu lesen ist, ergänzt durch Psalmen und eigene Worte. Natürlich gibt es da einige Parallelen und natürlich weiß der gebildete Christ, dass die Erde nicht in sieben Tagen geschaffen wurde, was aber am Auffälligsten ist, ist der ungeheure Respekt, das unablässige Staunen, die ungeheure Präzision der Entwicklung bis hin zum Menschen. „Wie kann man da glauben, es gibt nicht mehr als das, was wir sehen können?“, fragt da zu Recht der Autor. Gott ist nicht der „Lückenbüßer“, es ist eher so, dass die „Wie-und-wann-Lampe“ der Naturwissenschaften der „Warum-und-wozu-Lampe“ der Religion unterlegen ist, weil letztere den Menschen tiefer, umfassender sieht. Gut ausgewählt sind auch die farbigen Illustrationen, die das Staunen früherer Menschen deutlich machen und auch dem heutigen einiges zeigen. Das ansprechend gestaltete Werk ist eine hervorragende Grundlage für Gespräche mit Kindern und sollte in keiner Bücherei fehlen!

Michael Mücke


Die Vereinbarkeit von naturwissenschaftlichem und theologischem Denken aufzuzeigen ist ein Anliegen und Auftrag zeitgemäßer Religionspädagogik. Rainer Oberthür gelingt dies in seinem jüngsten Werk wieder einmal auf vorbildliche Weise. Das Buch vom Anfang von allem wendet sich an Kinder und geht dabei durchaus anspruchsvoll vor. So werden es auch Jugendliche und Erwachsene mit Freude und Gewinn lesen. Besonders gelungen ist die Herangehensweise. Rainer Oberthür erzählt die eine Geschichte vom Anfang und Werden der Welt in zwei Geschichten, bzw. aus zwei Perspektiven – der naturwissenschaftlichen und der biblischen. Beide nehmen ihren Ausgang bei den Menschheitsfragen nach dem Woher, Wohin und Wozu. Die Geschichten ergänzen und berühren sich, werden aber nicht einfach vermischt. Dies wird auch durch die ansprechende Gestaltung des Buches, welche die zwei Sichtweisen grafisch anschaulich macht, unterstützt. Sorgfältig ausgewählte Bilder ergänzen die beiden Erzählstränge und werden in einem hinteren Teil des Buches eigens erläutert. Rainer Oberthür findet eine einfache und doch zugleich oft poetische Sprache. Er mutet seinen jungen wie erwachsenen Leserinnen und Lesern mit diesem Buch durchaus viel zu. Dies macht jedoch deutlich, wie sehr sich Oberthür sowohl dem Inhalt als auch den Leserinnen und Lesern verpflichtet weiß. Von beiden ist groß und noch größer zu denken. Rainer Oberthür zeigt mit diesem Buch erneut auf, dass religiöse Erfahrung und Deutung nicht ohne Bildung und Kenntnis der Welt auskommen, vielmehr dass diese untrennbar zusammen hängen. Die Lektüre zielt darum nicht zuletzt darauf ab, dass Wissen ins Staunen führt und doch auch die Grenzen der Erkenntnis gewahrt bleiben. Rainer Oberthür ermutigt mit diesem Buch seine Leserinnen und Lesern die großen Fragen zu stellen, hinter die Tatsachen zu schauen und sich nicht allein mit den nahe liegenden Antworten zufrieden zu geben. »Gott ist nicht die Lösung aller Probleme und Fragen, hilft uns aber die richtigen Fragen zu stellen und auszuhalten« (81). Erneut legt Rainer Oberthür ein Buch vor, das Lust macht auf das Philosophieren und Theologisieren. Ein wichtiges Buch, das im Religionsunterricht und der Katechese, aber auch in der religiösen Erziehung in der Familie wertvolle Impulse bieten kann.

Jens Ehebrecht-Zumsande, in: Katechetische Blätter, Heft 4/2015, S. 308


Der Theologe Rainer Oberthür, der in der Vergangenheit schon einige religiöse Bücher für Kinder und Jugendliche vorgelegt hat, wendet sich mit seinem neuen Buch an eine breitere Leserschicht. Denn sein ambitionierter Versuch, von der Bibel, der Naturwissenschaft und dem Geheimnis unseres Universums zu erzählen, richtet sich nicht nur an interessierte Jugendliche, sondern vor allen an Erwachsene. Erwachsene, die in ihrer Kindheit etwas gelernt haben von der Urgeschichte, wie sich die Genesis im Alten Testament die Erschaffung des Menschen und der Welt vorstellt und die dann später, als sie sich in der Schule mit den Erkenntnissen der modernenn Naturwissenschaften konfrontiert sahen, den offensichtlichen Widerspruch zwischen beiden Erzählungen nicht auflösen konnten.
Viele Menschen haben auf diese Weise ihren Glauben an einem gütigen Schöpfergott verloren oder sahen ihn für ihr weiteres Leben zumindest deutlich angeknackst. Rainer Oberthür stellt in seinem neuen Buch beide Erzählungen nebeneinander, illustriert sie mit neuzeitlichen Fotografien und mittelalterlichen Gemälden, die er am Ende des Buches vorstellt und erläutert und bringt die Erzählungen auf diese Weise in einen spannenden Dialog. Ein Dialog, der den Leser herausfordert von der ersten Seite an und den der Autor sozusagen „anzetteln“ und fördern möchte nach einer Erkenntnis: „Alle Dinge, die wir sehen, können wir aus zwei Perspektiven anschauen – als Tatsache und als Geheimnis“.
Mit persönlich ging es als Theologe, der im Laufe seiner jahrzehntelangen Predigttätigkeit mehrfach über die Schöpfungsgeschichte im Lichte der modernen Naturwissenschaften zu sprechen hatte, und auch im Religionsunterricht verschiedener Altersklassen das Thema oft behandelte, bei der Lektüre dieses außergewöhnlichen Buches so, dass ich erstaunt darüber war, immer wieder neue Dinge, neue Aspekte, neue Schattierungen zu entdecken, in beiden Erzählungen, der biblischen und der wissenschaftlichen.
Und Oberthürs von seinem persönlichen Glauben geprägter Zusammenfassung kann ich mit ganzem Herzen und Seele zustimmen:
„Gott ruft das Nichts ins Etwas und das Etwas ins Sein.
Gott schenkt uns Menschen die Entdeckung der Welt:
So schön ist, was wir hören und sehen können.
Wir sind ergriffen und wollen es mit allen Sinnen erfahren.
Noch schöner ist, was wir wissen können.
Wir begreifen und wollen es mit dem Verstand erkennen.
Am schönsten aber ist, was wir nicht fassen können.
Wir werden still und erahnen Gottes Größe und Geheimnis.“

Winfried Stanzick am 17. August 2015 auf amazon


Das Buch ist wunderschön gestaltet, in zwei Farben kann naturwissenschaftliches Wissen und biblische Überlieferung gelesen werden, Bilder und Fragen helfen zum Verstehen, klar und klug, anregend und eindrücklich – einfach wunderbar. Das Buch eignet sich für Erwachsene, um die Spannung zwischen Bibel, Naturwissenschaft und das Geheimnis unseres Universums zu verstehen, es eignet sich für Kinder, für’s eigene Lesen ebenso wie für die Arbeit im Religionsunterricht.
Auch die Bilder sind am Ende des Buches erschlossen, weitere Lesehinweise laden ein…
Wieder ein wunderbares Buch von Rainer Oberthür, vielleicht sein schönstes. Ein „Must-have“, finde ich.

Helga-Kohler-Spiegel, 23. November 2015, www.feinwschwarz.net